Konflikte

Für das Pferd liegt eine Konfliktsituation immer dann vor, wenn zwei Verhaltensweisen gleichermassen aktiviert sind, welche sich nicht miteinander vereinbaren lassen. Diese führen zu Angst. In freier Wildbahn existieren fast immer Lösungen für die Konfliktsituationen.

Ein Beispiel für solche lösbaren Konfliktsituationen in freier Wildbahn ist die Situation eines Junghengstes in der Herde. Er darf aufgrund seiner Rangordnung seiner Libido nicht nachkommen und widmet sich zur Vermeidung dem Fressen.

Eine für das Pferd nicht lösbare Konfliktsituation liegt beispielsweise dann vor, wenn der Reiter das Pferd über einen Wassergraben springen lassen möchte, dieses Pferd aber genau davor Angst hat. Allerdings hat das Pferd auch Angst vor der Reaktion des Reiters, wenn es dem Sprung über den Wassergraben nicht nachkommt.

Pferde, die sich in Konfliktsituationen befinden, zeigen dies durch Übersprungshandlungen, wie sie auch von Hunden bekannt sind. Bei Pferden sind dies primär das Kopfschlagen und das Scharren. Weiterhin zeigen Pferde ein wechselhaftes Verhalten, wie Annährung und Flucht in kurzem zeitlichen Abstand. Weiteres Merkmal ist ein Verhalten, welches an den Tage gelegt wird, wenn ein Bedürfnis nicht befriedigt werden kann. Dies wird beispielweise dann aktiv, wenn Pferde von der Weide geholt werden, die Pferde hintereinander stehen und dann in Richtung der hinteren Tiere ausschlagen, weil sie nicht zuerst durch das Tor von der Weide geholt werden.