Pferde-Verhalten ist rassetypisch?
Nach der Typenlehre von Speed und Ebhardt sind vier Urtypen von Pferden bzw. Urformen der Ausgang für die heute existierenden Hauspferde-Rassen und sind heute noch wesensbestimmend. Heute ist man jedoch eher der Meinung, das sich die Rassen durch Selektion gebildet haben und somit vom Züchter beeinflusst sind. Typische Merkmale wie Exterieur, Verhalten und Leistung wurden beim Pferd durch genetische Disposition gefördert.
Ponys, Kaltblut, Warmblut oder Vollblut bilden Rasse-Gruppen,in welche sich die meisten Pferde einordnen lassen.
Kaltblut
Kaltblüter leben in kleinen, stabilen Gruppen friedlich zusammen. Sie zeichnen sich durch ihr gelassenes, stures, gutmütiges bzw. phlegmatisches Verhalten aus. Nachdem sie Lektionen begriffen haben, was beim Kaltblut etwas länger dauert, prägen sie sich diese auch ein. Das Bewegungsbedürfnis dieser Rasse ist gering.
Neben dem starken Körperbaus zeichnen sich Kaltblüter u.a. durch Ramsnase, gespaltene Kruppe, kleine Ganaschen, tiefem Hals, grober massiger Kopf mit kleinen Augen aus.
Eingesetzt werden die Pferde bspw. wegen ihrer Trittsicherheit im Gelände als Zugtier. Außerdem können sie auch hohe Lasten tragen.
Durch Haltungsfehler bedingt können sie Artgenossen sehr aggressiv begegnen, fehlender Bezug und Respekt zum Menschen macht sie mit ihrem sturen Verhalten teilweise schwierig.
Pony
Ponys sind gesellige und verträgliche Pferde, die in großen Gruppen und im Offenstall gehalten werden können. Sie begreifen schnell, sind ausdauernd, verfügen über starke Nerven trotz der Lebhaftigkeit, Kälte und Nässe gegenüber sind sie eher unempfindlich.
Sie neigen zu einem flachen Widerrist, haben ein abgerundetes Gebäude, das kompakt und muskulös ist.
Ponys neigen wegen des Herdentriebes zum Kleben und reagieren oftmals aggressiv auf schroffen Umgang. Sie neigen dazu, da sie gute Futterverwerter sind, zu verfetten.
Vollblut und Warmblut
Warm- und Vollblüter haben einen erhöhten Bewegungsdrang. Sie benötigen neben dem Beritt mehrstündigen Weidegang bzw. Bewegung.
Da diese Pferde nicht in Hinblick auf Verträglichkeit, sondern mit Fokus auf Schnelligkeit, Sprungkraft und Ausdauer gezüchtet wurden und eher oft in Boxen gehalten werden, neigen diese Rassen eher durch die genetische Disposition, die mit dem Blut verbundene Erregbarkeit zu Fehlverhalten oder Aufmerksamkeit fordernden Verhaltensweisen.
Bei diesen Rassen, zu denen auch die Araber zählen, ist die Distanz untereinander größer, die Aggressivität gegenüber Artgenossen erhöht. Auch Koppen, Weben oder Boxenlaufen kommen bei diesen Pferderassen häufiger vor.